Ein Feuerwehrfest ist für einen Feuerwehrverein mehr als ein geselliger Termin im Jahreskalender. Es bringt Menschen aus dem Ort zusammen, macht Vereinsarbeit sichtbar, schafft Kontakte zu Familien und kann Interesse an Feuerwehr, Jugendfeuerwehr und Förderverein wecken. Damit aus dem Festtag kein organisatorischer Kraftakt mit vermeidbaren Risiken wird, sollte der Vorstand die Veranstaltung als zeitlich begrenztes Projekt planen.

Entscheidend sind drei Verantwortungsachsen: eine klare Organisation, eine sichere Durchführung mit verlässlicher Helferstruktur und eine strukturierte Nachbereitung. Dabei muss der Feuerwehrverein seine Rolle sauber von der öffentlich-rechtlichen Feuerwehr trennen. Der Verein kann Veranstalter oder Vertragspartner sein. Gemeinde, Feuerwehrträger, Wehrführung, Betreiber des Feuerwehrhauses oder weitere Stellen können jedoch eigene Zuständigkeiten und Anforderungen haben. Diese Rollen sollten frühzeitig schriftlich geklärt werden.

Ziele und Rahmen des Feuerwehrfests festlegen

Am Anfang steht nicht das Bühnenprogramm, sondern die Frage: Was soll das Fest erreichen? Ein Feuerwehrverein kann unterschiedliche Ziele miteinander verbinden, sollte sie aber priorisieren. Ein Familienfest mit Bewirtung benötigt eine andere Planung als ein Tag der offenen Tür mit Vorführungen, Fahrzeugschau und Nachwuchswerbung.

Mögliche Ziele

  • Begegnung mit Bürgerinnen und Bürgern im Ort ermöglichen
  • Mitglieder, Förderer und Unterstützer des Vereins einbinden
  • Jugendfeuerwehr und Nachwuchsarbeit bekannt machen
  • Brandschutz und richtiges Verhalten verständlich vermitteln
  • neue ehrenamtlich Engagierte gewinnen
  • zusätzliche Einnahmen für Vereinszwecke erzielen

Formulieren Sie zwei bis vier konkrete Ziele. Ein Beispiel: „Wir wollen Familien aus dem Ort erreichen, neue Kontakte für die Jugendfeuerwehr gewinnen und den Förderverein verständlich vorstellen.“ Solche Ziele erleichtern später die Programmplanung und die Auswertung.

Danach werden die Eckdaten festgelegt: Termin, Veranstaltungsort, erwartete Besucherzahl, Öffnungszeit, Eintritt, Bewirtung, Musik, Zelt, Fahrzeuge, Vorführungen und mögliche Einschränkungen. Prüfen Sie auch Ausweichmöglichkeiten bei schlechtem Wetter. Für jede zusätzliche Attraktion steigen Abstimmungsbedarf, Helferbedarf und Sicherheitsanforderungen.

Verein, Feuerwehr und Veranstalterrolle sauber trennen

Ein Feuerwehrverein und die öffentlich-rechtliche Feuerwehr sind nicht automatisch dieselbe Organisation. Der Verein kann Verträge schließen, Spenden einwerben und ein Fest veranstalten. Die Feuerwehr handelt dagegen im Rahmen ihrer öffentlich-rechtlichen Aufgaben und unterliegt den Vorgaben ihres Trägers sowie ihrer jeweiligen Führung und Organisation.

Vor der Planung sollte deshalb feststehen:

  • Wer ist Veranstalter und unterschreibt Miet-, Musik-, Catering- oder Dienstleistungsverträge?
  • Wer ist für das Veranstaltungsgelände zuständig?
  • Welche Fahrzeuge, Räume, Geräte oder Flächen dürfen genutzt werden?
  • Wer stimmt die Nutzung mit Gemeinde, Feuerwehrträger oder Betreiber ab?
  • Welche Versicherungsfragen müssen für Verein, Helfer, Besucher und gemietete Gegenstände geklärt werden?
  • Wer entscheidet bei Wetteränderung, Abbruch oder sicherheitsrelevanten Problemen?

Diese Fragen sollten nicht nur mündlich beantwortet werden. Eine kurze schriftliche Regelung zwischen Verein, Feuerwehr beziehungsweise Träger und Betreiber schafft Klarheit. Sie ersetzt keine behördliche Prüfung, verhindert aber Missverständnisse über Zuständigkeiten und Kosten.

Zeitplan für die Vorbereitung

Ein Feuerwehrfest lässt sich besser steuern, wenn die Vorbereitung in Phasen gegliedert wird. Der genaue Vorlauf hängt von Größe und Ausgestaltung ab. Ein kleines Hoffest kann weniger Planung erfordern als ein Fest mit Zelt, Bühne, Ausschank, Straßennutzung und Vorführungen.

Sechs bis zwölf Monate vorher

  • Ziele, Termin und Zielgruppen beschließen
  • Veranstalterrolle und Verantwortliche festlegen
  • Veranstaltungsort und Ausweichlösung prüfen
  • Budgetrahmen und erwartete Einnahmen beschließen
  • erste Abstimmung mit Gemeinde, Ordnungsamt, Betreiber und Feuerwehrträger führen
  • Programmrahmen, Musik und Bewirtung auswählen
  • benötigte Mietgegenstände, Toiletten, Stromversorgung und Abfallentsorgung anfragen

Drei bis sechs Monate vorher

  • Genehmigungs-, Anzeige- und Auflagenfragen mit den zuständigen Stellen klären
  • Verträge und Angebote vergleichen und dokumentieren
  • Helferbedarf je Aufgabenbereich ermitteln
  • Musiknutzung und GEMA-Zuständigkeit prüfen
  • Werbung, Einladungen und lokale Kooperationen vorbereiten
  • Programmpunkte mit Verantwortlichen, Zeitbedarf und Material beschreiben

Vier bis acht Wochen vorher

  • Helferschichten verbindlich besetzen
  • Geländeplan mit Ständen, Wegen, Rettungswegen, Fahrzeugen und Besucherbereichen erstellen
  • Bestellungen für Getränke, Lebensmittel und Verbrauchsmaterial auslösen
  • Beschilderung, Kassenorganisation und Wechselgeld planen
  • Briefing für Helferinnen und Helfer vorbereiten
  • Wetter- und Abbruchentscheidung festlegen

In der letzten Woche

  • alle Dienstleister und Verantwortlichen bestätigen
  • Wetterbericht und Bodenverhältnisse prüfen
  • Schlüssel, Telefonkontakte und Notfallnummern zusammenstellen
  • Getränke, Lebensmittel, Material und Kassenunterlagen kontrollieren
  • kurzen Ablauf- und Sicherheitsplan an alle Bereichsleitungen senden

Aufgabenbereiche und Verantwortlichkeiten bilden

Ein häufiger Fehler ist die Annahme, dass sich Aufgaben am Festtag schon irgendwie verteilen werden. Besser ist ein Organisationsplan mit Bereichsleitungen. Jede Aufgabe braucht eine hauptverantwortliche Person, eine Vertretung und eine erreichbare Kontaktmöglichkeit.

Bewährte Bereiche

  • Gesamtkoordination: Terminüberblick, Entscheidungen, Kontakte zu Behörden und Dienstleistern
  • Aufbau und Infrastruktur: Zelte, Tische, Strom, Wasser, Beleuchtung, Beschilderung und Abfall
  • Bewirtung: Einkauf, Lagerung, Ausgabe, Hygieneorganisation und Abrechnung
  • Kasse: Einnahmen, Wechselgeld, Kassenübergaben und Abschluss
  • Programm: Moderation, Musik, Vorführungen, Mitmachstationen und Zeitplan
  • Besucher- und Sicherheitsorganisation: Wege, Zufahrten, Erste Hilfe, Aufsicht und Ansprechpartner
  • Öffentlichkeitsarbeit: Einladung, Presse, soziale Medien und Fotodokumentation
  • Abbau und Nachbereitung: Reinigung, Rückgabe, Rechnungen, Feedback und Abschlussbericht

Erstellen Sie dazu eine einfache Zuständigkeitsmatrix. In den Zeilen stehen die Aufgaben, in den Spalten Vorbereitung, Festbetrieb, Abbau und Nachbereitung. Markieren Sie jeweils verantwortliche Person, Vertretung, benötigtes Material und Frist. So werden Lücken sichtbar, bevor sie am Veranstaltungstag entstehen.

Helferinnen und Helfer gewinnen und koordinieren

Helferinnen und Helfer werden für verschiedene Schichten beim Feuerwehrfest eingeteilt

Helfergewinnung beginnt nicht mit der Frage „Wer kann am Samstag helfen?“, sondern mit klar beschriebenen, überschaubaren Aufgaben. Die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt empfiehlt unter anderem klare Ziele, transparente Kommunikation, Beteiligung und Möglichkeiten für Rückmeldung und Ideenaustausch. Diese Grundsätze sind auch für Feuerwehrfeste hilfreich.

Aufgaben attraktiv und konkret beschreiben

Statt einer offenen Bitte sollten Sie Zeit, Tätigkeit und Ansprechperson nennen: „Getränkeausgabe von 17 bis 19 Uhr, Einweisung durch die Bereichsleitung Bewirtung, keine Vorerfahrung erforderlich.“ Berücksichtigen Sie auch Menschen, die nicht im Verein aktiv sind. Angehörige, Förderer, Jugendgruppen und lokale Kooperationspartner können einzelne Aufgaben übernehmen, sofern Einweisung, Zuständigkeit und mögliche Versicherungsfragen geklärt sind.

Planen Sie lieber mehrere kurze Schichten als einen kompletten Festtag für dieselben Personen. Eine Schichtliste mit klaren Verantwortlichkeiten sollte enthalten:

  • Name und Kontakt der helfenden Person
  • Bereich und genaue Tätigkeit
  • Beginn und Ende der Schicht
  • Treffpunkt und zuständige Bereichsleitung
  • besondere Hinweise zu Kleidung, Einweisung oder Mindestalter
  • Vertretung bei Ausfall

Am Festtag sollte es ein kurzes Helferbriefing geben. Darin werden Gelände, Aufgaben, Pausen, Kommunikationswege, Besucherfragen, Erste-Hilfe-Möglichkeiten und das Verhalten bei besonderen Vorkommnissen erklärt. Helfer müssen wissen, an wen sie Probleme weitergeben. Sie sollten keine Aufgaben übernehmen, für die sie nicht eingewiesen oder zuständig sind.

Wertschätzung gehört zur Organisation. Sorgen Sie für Getränke, Pausen, eine verlässliche Ablösung und einen Dank nach dem Fest. Fragen Sie anschließend, was gut funktioniert hat und wo Unterstützung fehlte. Das verbessert nicht nur das nächste Fest, sondern auch die Bindung an den Verein.

Sicherheit, Erste Hilfe und Brandschutz organisieren

Sicherheitsorganisation mit freien Wegen und Erste-Hilfe-Bereich auf einem Feuerwehrfest

Die Sicherheitsplanung richtet sich nach der konkreten Veranstaltung. Besucherzahl, Gelände, Gebäude, Zelt, Strom, Ausschank, Fahrzeuge, Musik, offene Flammen und Vorführungen können unterschiedliche Anforderungen auslösen. Es gibt daher keine allgemeingültige Helferzahl oder pauschale Sicherheitsbesetzung für jedes Feuerwehrfest.

Die DGUV betont für Veranstaltungsstätten die Bedeutung klarer Verantwortlichkeiten für Leitung und Aufsicht sowie einer Organisation von Veranstaltungssicherheit, Unfallverhütung und wirksamer Erster Hilfe. Die konkrete Prüfung bleibt Aufgabe des Veranstalters gemeinsam mit Betreiber und zuständigen Stellen.

Praktische Prüfpunkte

  • Ist eine verantwortliche Veranstaltungsleitung benannt und während der gesamten Veranstaltung erreichbar?
  • Sind Flucht- und Rettungswege frei, ausreichend erkennbar und nicht durch Tische, Fahrzeuge oder Material verstellt?
  • Bleiben Zufahrten für erforderliche Einsatz- und Rettungsfahrzeuge nutzbar?
  • Sind Stolperstellen, Kabel, Bodenunebenheiten und schlecht beleuchtete Bereiche gesichert?
  • Ist geklärt, wo Erste-Hilfe-Material vorhanden ist und wer Hilfe organisiert?
  • Gibt es einen geeigneten Ort für die Versorgung und eine verständliche Kommunikation im Notfall?
  • Sind Stromversorgung, elektrische Geräte, Aggregate und Kabel fachgerecht geprüft und geschützt?
  • Wer beaufsichtigt Kinderbereiche, Fahrzeuge und besondere Aktionen?
  • Wie werden Gewitter, Sturm, Hitze, Starkregen oder eine Überfüllung bewertet?

Vorführungen mit Fahrzeugen, Wasser, Rauch, offenem Feuer, Fettbrand oder anderen besonderen Effekten benötigen eine gesonderte Planung. Legen Sie Ziel, Ablauf, Absperrung, Aufsicht, Schutz der Zuschauer und Abbruchkriterien fest. Brandschutzvorführungen dürfen nicht zu einer unkontrollierten Attraktion werden. Bei offenen Flammen, Pyrotechnik oder vergleichbaren Programmpunkten sind die jeweils zuständigen Fach- und Genehmigungsstellen einzubeziehen.

Der Deutsche Feuerwehrverband ordnet den vorbeugenden Brand- und Gefahrenschutz unter anderem den Zielen Eigen- und Fremdrettung, Sicherheit der Einsatzkräfte und wirksame Löscharbeiten zu. Für das Fest bedeutet das: Besucherschutz, freie Wege und sichere Rahmenbedingungen haben Vorrang vor spektakulären Programmpunkten.

Behörden, Betreiber und weitere Fachstellen frühzeitig einbinden

Welche Anzeigen, Genehmigungen oder Auflagen erforderlich sind, hängt unter anderem vom Bundesland, der Kommune, dem Ort, der Besucherzahl und der konkreten Ausgestaltung ab. Ausschank, Zelt, Beschallung, Lärm, Straßennutzung, Feuer, Vorführungen und Veranstaltungszeiten können zusätzliche Prüfungen auslösen.

Stimmen Sie deshalb frühzeitig mit Gemeinde, Ordnungsamt, Betreiber des Veranstaltungsorts und Feuerwehrträger ab. Je nach Situation können außerdem Bau-, Lebensmittelüberwachungs-, Jugendschutz-, Verkehrs-, Umwelt- oder weitere Fachstellen relevant sein. Fordern Sie nicht pauschal eine bestimmte Genehmigung, sondern schildern Sie das geplante Fest möglichst vollständig und lassen Sie sich die örtlich erforderlichen Schritte nennen.

Dokumentieren Sie Ansprechpartner, Fristen, Auflagen und Nachweise in einer Veranstaltungsakte. Dazu gehören beispielsweise Mietverträge, Versicherungsunterlagen, Lagepläne und schriftliche Freigaben. Änderungen am Programm oder Gelände sollten erneut bewertet werden.

Programm für Öffentlichkeit, Brandschutzerziehung und Nachwuchs

Ein Feuerwehrfest kann gleichzeitig ein Begegnungsangebot, eine Informationsveranstaltung und eine Gelegenheit zur Nachwuchsgewinnung sein. Niedrigschwellige Mitmachangebote eignen sich besonders für Menschen, die bisher keinen Kontakt zum Verein hatten. Der Deutsche Feuerwehrverband nennt für Mitmach-Tage unter anderem Angebote für Kinder, Jugendfeuerwehr und interessierte Besucher.

Geeignete Programmpunkte

  • Tag der offenen Tür mit betreuten Rundgängen
  • kindgerechte Mitmachstationen ohne unnötige Gefährdung
  • Informationstisch des Vereins und der Jugendfeuerwehr
  • Gesprächsangebot für Interessierte an einer Mitgliedschaft
  • Fahrzeug- und Geräteausstellung mit verständlichen Erklärungen
  • Spiel-, Forschungs- oder Experimentierangebote mit klarer Aufsicht
  • Vorträge oder kurze Demonstrationen zu Rauchmeldern und Notruf

Planen Sie für jede Station eine verantwortliche Person, Material, Altersgruppe, Betreuungszeit und Abbruchregel. Kinderangebote sollten nicht nur dekorativ sein: Ein sichtbarer Ansprechpartner und ein einfaches Kontaktangebot für Jugendfeuerwehr oder Verein machen die Nachwuchsarbeit greifbar. Datenschutz und Einwilligungen für Fotos sind gesondert zu beachten.

Musik und GEMA frühzeitig klären

Öffentliche Vereinsveranstaltungen mit Musik müssen grundsätzlich vor der Durchführung bei der GEMA angemeldet werden. Das gilt auch für Veranstaltungen ohne Eintritt; ein kostenloses Feuerwehrfest ist daher nicht automatisch GEMA-frei. Kosten können abhängig von Veranstaltungsart, Größe, Fläche und weiteren Faktoren ausfallen. Maßgeblich sind die Angaben der GEMA und die konkrete Vertragsgestaltung.

Für Feuerwehrveranstaltungen stellt die GEMA eigene Informationen bereit. Je nach Landesfeuerwehrverband können Pauschalverträge gelten; diese dürfen nicht ohne Prüfung auf andere Landesverbände übertragen werden. Klären Sie daher:

  • Wer ist Veranstalter und meldet die Musiknutzung an?
  • Spielt eine Band live oder wird Musik von Tonträgern beziehungsweise einer Anlage genutzt?
  • Wer trägt die Kosten: Verein, Festwirt, Band oder ein anderer Vertragspartner?
  • Welche Anmeldefrist und welcher Tarif gelten für genau diese Veranstaltung?
  • Wer sammelt die gespielten Titel und reicht die Setlist ein?

Bei Livemusik ist nach der Veranstaltung eine Setlist einzureichen. Die GEMA nennt hierfür eine Frist von sechs Wochen. Fehlt die Setlist, können zusätzliche Kosten entstehen. Legen Sie die Zuständigkeit vorab fest und nehmen Sie Anmeldung, Veranstaltungsdaten, Rechnung und Setlist in die Abschlussmappe auf.

Weitere Themen wie Beschallung, Jugendschutz, Lebensmittelhygiene, Ausschank, Datenschutz und steuerliche Behandlung sollten abhängig von der konkreten Ausgestaltung separat geprüft werden. Eine allgemeine Aussage für alle Feuerwehrvereine ist hierzu nicht möglich.

Der Festtag: Ablauf und Kommunikation

Am Veranstaltungstag bewährt sich ein zentraler Treffpunkt für Helfer und Bereichsleitungen. Dort liegen Ablaufplan, Geländeplan, Kontaktliste und wichtige Unterlagen. Änderungen werden von der Veranstaltungsleitung gesammelt und an die betroffenen Bereiche weitergegeben.

Beispiel für den Tagesablauf

  1. Aufbau: Gelände, Stände, Technik, Wege und Beschilderung prüfen.
  2. Briefing: Verantwortliche, Schichten, Pausen, Sicherheit und Kommunikationswege besprechen.
  3. Eröffnung: Zuständigkeiten sichtbar machen und Programm kurz erklären.
  4. Festbetrieb: Kassenübergaben, Nachbestückung, Reinigung und Wege regelmäßig kontrollieren.
  5. Zwischenprüfung: Besucherandrang, Wetter, Vorräte, Müll und Sicherheitslage bewerten.
  6. Schließung: Musik, Ausschank und Stationen geordnet beenden; Besucher sicher verabschieden.
  7. Abbau: Nur nach Freigabe durch die zuständige Leitung und mit klarer Aufgabenverteilung beginnen.

Eine gute Kommunikation ist kurz und eindeutig. Nutzen Sie für größere Feste einen gemeinsamen Kommunikationsweg und definieren Sie, wer Meldungen bündelt. Bei einer unmittelbaren Gefahr gelten die örtlichen Notruf- und Alarmierungswege. Der Verein sollte keine improvisierten Einsatzaufgaben übernehmen, sondern die zuständigen Strukturen einhalten.

Abbau, Abrechnung und Nachbereitung

Die Nachbereitung beginnt nicht erst Wochen später. Direkt nach dem Fest sollten Kassen, Schlüssel, empfindliche Technik und wichtige Unterlagen gesichert werden. Für den Abbau gelten dieselben Sicherheitsgrundsätze wie für den Aufbau: klare Leitung, geeignete Hilfsmittel, sichere Wege und keine unnötige Hektik.

Abschluss-Checkliste

  • Gelände, Gebäude und gemietete Gegenstände auf Schäden prüfen
  • Abfall vollständig entfernen und die vereinbarte Entsorgung veranlassen
  • Material zählen, reinigen, trocknen und einlagern
  • Leih- und Mietgegenstände fristgerecht zurückgeben
  • Kassenbestände nach den vereinsinternen Regelungen dokumentieren
  • Rechnungen, Belege, Verträge und Einnahmen zusammenführen
  • GEMA-Setlist und weitere erforderliche Nachweise fristgerecht einreichen
  • Dank an Helfer, Musik, Lieferanten und Kooperationspartner senden

Eine Nachbesprechung sollte innerhalb weniger Tage stattfinden, solange Eindrücke noch frisch sind. Fragen Sie nicht nur, ob das Fest erfolgreich war, sondern wodurch. Wurden die Ziele erreicht? Welche Stationen wurden angenommen? Wo entstanden Wartezeiten? Waren Schichten ausreichend besetzt? Gab es Beinaheunfälle, Beschwerden, technische Probleme oder unnötige Ausgaben?

Halten Sie die Ergebnisse in einem kurzen Verbesserungsprotokoll fest. Die Abschlussmappe enthält idealerweise Gelände- und Ablaufplan, Helferliste, Ansprechpartner, Genehmigungen und Auflagen, Verträge, Bestellungen, Kassenunterlagen, GEMA-Dokumente, Feedback und eine Liste konkreter Maßnahmen für das nächste Fest. So muss der Vorstand nicht jedes Jahr bei null beginnen.

Typische Fehler bei Feuerwehrfesten

  • Zu spätes Beginnen: Zelt, Musik, Toiletten und Dienstleister können zu beliebten Terminen früh ausgebucht sein.
  • Unklare Veranstalterrolle: Verein und Feuerwehr gehen von unterschiedlichen Zuständigkeiten aus.
  • Offene Helferlisten: Niemand weiß, wer tatsächlich erscheint oder Entscheidungen trifft.
  • Zu großes Programm: Viele Aktionen überfordern Helfer und erschweren die Sicherheitsaufsicht.
  • Fehlende Wetterstrategie: Regen, Sturm oder Hitze werden erst am Festtag berücksichtigt.
  • Versperrte Wege: Stände, Kabel, Fahrzeuge oder Abfallbehälter beeinträchtigen Flucht- und Rettungswege.
  • GEMA vergessen: Kostenlose Veranstaltungen und Livemusik werden fälschlich als frei von Meldepflichten betrachtet.
  • Keine Nachbereitung: Erfahrungen und Kontaktdaten gehen verloren, obwohl sie die nächste Planung erleichtern könnten.

FAQ zum Feuerwehrfest

Wie früh sollte ein Feuerwehrverein mit der Planung beginnen?

Das hängt von Größe und Programm ab. Für ein Fest mit Zelt, Musik, umfangreicher Bewirtung oder besonderen Vorführungen ist ein mehrmonatiger Vorlauf sinnvoll. Entscheidend ist, frühzeitig Termin, Veranstalterrolle, örtliche Anforderungen und Dienstleister zu klären.

Braucht jedes Feuerwehrfest eine Genehmigung?

Das lässt sich nicht bundesweit einheitlich beantworten. Anforderungen hängen von Bundesland, Kommune, Ort, Besucherzahl und Ausgestaltung ab. Klären Sie Anzeige- und Genehmigungsfragen frühzeitig mit Gemeinde, Ordnungsamt, Betreiber und gegebenenfalls weiteren Fachstellen.

Wie viele Helfer werden benötigt?

Eine pauschale Zahl wäre unseriös. Der Bedarf hängt unter anderem von Besucherzahl, Öffnungszeit, Kassen, Bewirtung, Programm, Gelände und Sicherheitsorganisation ab. Ermitteln Sie den Bedarf je Bereich und besetzen Sie Schichten mit Vertretungen.

Ist Musik bei einem kostenlosen Feuerwehrfest GEMA-frei?

Nein, kostenlos bedeutet nicht automatisch GEMA-frei. Öffentliche Vereinsveranstaltungen mit Musik müssen grundsätzlich vorab bei der GEMA angemeldet werden. Zuständigkeit, Tarif und eine mögliche Verbandsvereinbarung sollten für die konkrete Veranstaltung geklärt werden.

Kann die Feuerwehr das Fest einfach organisieren?

Die öffentlich-rechtliche Feuerwehr und der Feuerwehrverein haben unterschiedliche Rollen. Wer Veranstalter ist, Verträge schließt, Versicherungsfragen klärt und Kosten trägt, muss vorab feststehen. Eine gemeinsame Abstimmung ist wichtig, ersetzt aber keine klare Zuständigkeitsregelung.

Was ist bei einer Vorführung besonders wichtig?

Vorführungen benötigen eine eigene Planung mit Verantwortlichen, Einweisung, Absperrung, Schutz der Besucher, geeigneter Umgebung und Abbruchkriterien. Bei Feuer, Pyrotechnik, Fahrzeugen oder besonderen technischen Effekten sind die zuständigen Fach- und Genehmigungsstellen einzubeziehen.

Quellen & weiterführende Informationen